Da sitze ich im M45 in Spandau und es steigen ein: Mutti (weisse enge Hose, rosa Top und eine Frisur, als wenn bekiffte Amseln versucht hätten ein Nest zu bauen). Dann Vatti von Mutti (Jeans, Buschhemd, Basecap, ergrauter Schnurrbart) und der kleine "Tschermäin" (so an die 3 Jahre, Modell Satansbraten, aber irgendwie niedlich). Alle, die sich fragen, wie "Tschermäin" wirklich geschrieben wird, muss ich enttäuschen - ich habe es trotz intensiven Grübelns und einer nicht unerheblichen Begabung für Linguistik nicht herausbekommen. Seine Mutti rief ihn so und ich schreibe das so auf, wie ich es gehört habe!
Familie "Tschermäin" setzt sich bei einem alten Herrn auf einen Vierersitz. Der circa 3jährige "Tschermäin" tobt also so ein bisschen durch den Bus, bis ihn Mutti auf den Schoß nimmt. Nach einer Weile wendet sie sich ihrem Vatti zu: "Du, ich glaube, die Windeln vom Tschermäin ist (!) durch - mein Bein ist voll nass... und das bei der weissen Jeans." Sie stellt "Tschermäin" auf den Boden und ich drängele mich leicht grinsend nach vorne, die nächste Haltestelle ist meine. Irgendwie fühle ich Solidarität mit dem Kleinen - es macht sicher Spass, so eine weisse Jeans vollzupinkeln und Mutti zu sehen, wie sie sich ihre Haare noch mehr zerrauft.
Den älteren Herren gegenüber von Mutti "Tschermäin" höre ich beim Aussteigen gerade noch sagen: "Dit sind aba ooch keene Kaffeflecken uff Ihrer Hose da..."
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Mittwoch, 9. September 2009
Samstag, 5. September 2009
Nur fünf Minuten
Neben mir in der U-Bahn sitzen zwei Mädels, so um die 19 Jahre und ahnen nicht, daß der Spreeroi!ber neben ihnen sitzt und lauscht. Aber so laut wie die sprechen gehts auch gar nicht anders. Beide sind - so ist dem Gespräch und dem Dialekt zu entnehmen - gerade aus einer süddeutschen Kleinstadt hergezogen.
"Berlin ist schon toll," sagt die eine "irgendwie so groß und multikulti!"
"Jaja", sagt die andere, "das ist schon irre. So jeder Kiez hat seine ganz eigene Atmo*. Und man ist ja so schnell überall. Ich habe jetzt übrigens die ideale Wohnung gefunden. Fünf Minuten zu Fuß zur Uni, fünf Minuten zur Bibliothek und fünf Minuten zur Stadtmitte..."
* Atmo = neudeutsch für "Atmosphäre"
"Berlin ist schon toll," sagt die eine "irgendwie so groß und multikulti!"
"Jaja", sagt die andere, "das ist schon irre. So jeder Kiez hat seine ganz eigene Atmo*. Und man ist ja so schnell überall. Ich habe jetzt übrigens die ideale Wohnung gefunden. Fünf Minuten zu Fuß zur Uni, fünf Minuten zur Bibliothek und fünf Minuten zur Stadtmitte..."
* Atmo = neudeutsch für "Atmosphäre"
Montag, 10. August 2009
Kreuzberg: Einfach alles so einfach so also offen
"Man lebt hier, man fühlt die Kultur und man, öhm, wird so groß, so die ganze Spiritualität und einfach alles so einfach so also offen..." schwadronierte eine Schickimickitante auf der Admiralsbrücke in Kreuzberg bei SPIEGEL-TV. Ein zammeliger Typ deklariert einige Äste als "Heiligen Baum der Germanen" und erklärt einen Handschuh über einer Sprühdose so: "Das ist mir gerade eingefallen, das hat keinen Zweck, einfach gerade mal so eine spontane Aktion!"
Die Dame kommt wahrscheinlich aus München oder - schlimmer noch - dem Prenzlauer Berg und fährt hierher, um mal echte Kreuzberger Nächte zu erleben, die ja bekanntlich lang sind. Der Herr ist wahrscheinlich von eingeborenen Brandenburgern aus dem Wald nach Berlin vertrieben worden, weil selbst die Landbevölkerung so einen Menschen als zu verhaltenskreativ für die Wildnis ansieht!
Problematisch ist nur, daß da wo solche Leute sind, kein Kreuzberg mehr ist! Beruhigend dabei ist: wo wirklich Kreuzberg ist, sind solche Leute nicht!
Die Dame kommt wahrscheinlich aus München oder - schlimmer noch - dem Prenzlauer Berg und fährt hierher, um mal echte Kreuzberger Nächte zu erleben, die ja bekanntlich lang sind. Der Herr ist wahrscheinlich von eingeborenen Brandenburgern aus dem Wald nach Berlin vertrieben worden, weil selbst die Landbevölkerung so einen Menschen als zu verhaltenskreativ für die Wildnis ansieht!
Problematisch ist nur, daß da wo solche Leute sind, kein Kreuzberg mehr ist! Beruhigend dabei ist: wo wirklich Kreuzberg ist, sind solche Leute nicht!
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Mittwoch, 5. August 2009
Auch Schwaben scheitern!
Heute morgen in der U 2 Richtung Pankow. Ein Mann verkauft ein Obdachlosen-Magazin. In breitestem schwäbischen Dialekt. Schwaben können eben alles...
Donnerstag, 30. Juli 2009
Anschluss ohne Nummer?
Heute stehen beim Geldautomaten zwei Mädels, die eine legt grad das Handy in ihre Zweitwohnung, pardon, Handtasche und sagt zu ihrer Freundin:
"Also, im Waschsalon lernt man ja immer neue Leute kennen, da hab ich so nem Typen meine Nummer gegeben, weil der kein Handy hat und nun hat der wirklich angerufen, hätt ich vielleicht doch nicht machen sollen, der ist aus Florida und macht grad so ne Europareise (hier folgte ein, sagen wir mal 'anerkennendes Schnaufen' seitens ihrer Freundin), na, so ne Perle ist der nun nicht, aber ganz nett und nun hat er angerufen, was wir heute abend machen..."
Der Rest der Konversation verlor sich leider im Berliner Alltagsgetriebe. Ob es da heute abend noch zum Anstich kommt? Und ich denke leicht neidisch: "Mensch Mädel, der Typ is doch Wolke! Ne Runde ficken und wenn er sich früh verzieht, kanns noch n schöner Tag werden...!"
Ich sollte mal wieder in einen Waschsalon gehen..
"Also, im Waschsalon lernt man ja immer neue Leute kennen, da hab ich so nem Typen meine Nummer gegeben, weil der kein Handy hat und nun hat der wirklich angerufen, hätt ich vielleicht doch nicht machen sollen, der ist aus Florida und macht grad so ne Europareise (hier folgte ein, sagen wir mal 'anerkennendes Schnaufen' seitens ihrer Freundin), na, so ne Perle ist der nun nicht, aber ganz nett und nun hat er angerufen, was wir heute abend machen..."
Der Rest der Konversation verlor sich leider im Berliner Alltagsgetriebe. Ob es da heute abend noch zum Anstich kommt? Und ich denke leicht neidisch: "Mensch Mädel, der Typ is doch Wolke! Ne Runde ficken und wenn er sich früh verzieht, kanns noch n schöner Tag werden...!"
Ich sollte mal wieder in einen Waschsalon gehen..
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