Mittwoch, 9. September 2009

Kaffezeit im Metrobus

Da sitze ich im M45 in Spandau und es steigen ein: Mutti (weisse enge Hose, rosa Top und eine Frisur, als wenn bekiffte Amseln versucht hätten ein Nest zu bauen). Dann Vatti von Mutti (Jeans, Buschhemd, Basecap, ergrauter Schnurrbart) und der kleine "Tschermäin" (so an die 3 Jahre, Modell Satansbraten, aber irgendwie niedlich). Alle, die sich fragen, wie "Tschermäin" wirklich geschrieben wird, muss ich enttäuschen - ich habe es trotz intensiven Grübelns und einer nicht unerheblichen Begabung für Linguistik nicht herausbekommen. Seine Mutti rief ihn so und ich schreibe das so auf, wie ich es gehört habe!

Familie "Tschermäin" setzt sich bei einem alten Herrn auf einen Vierersitz. Der circa 3jährige "Tschermäin" tobt also so ein bisschen durch den Bus, bis ihn Mutti auf den Schoß nimmt. Nach einer Weile wendet sie sich ihrem Vatti zu: "Du, ich glaube, die Windeln vom Tschermäin ist (!) durch - mein Bein ist voll nass... und das bei der weissen Jeans." Sie stellt "Tschermäin" auf den Boden und ich drängele mich leicht grinsend nach vorne, die nächste Haltestelle ist meine. Irgendwie fühle ich Solidarität mit dem Kleinen - es macht sicher Spass, so eine weisse Jeans vollzupinkeln und Mutti zu sehen, wie sie sich ihre Haare noch mehr zerrauft.

Den älteren Herren gegenüber von Mutti "Tschermäin" höre ich beim Aussteigen gerade noch sagen: "Dit sind aba ooch keene Kaffeflecken uff Ihrer Hose da..."

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